FAQ – Häufige Fragen

Auf dieser Seite entstehen nach und nach kurze Antworten zu den häufigsten Fragen, die im Gespräch mit Interessenten, Eltern etc. regelmäßig auftauchen.

Wann ist der nächste Anfängerkurs?

Anfänger wünschen sich oft einen geschützten Raum, in dem sie zusammen mit anderen Anfängern die ersten Schritte machen können und nicht überfordert werden. Allerdings zeigt die Erfahrung, dass Lernen in heterogenen Gruppen besser und schneller funktioniert.

Wir bieten keine gesonderten Kurse für Anfänger an. Neue Mitglieder werden während des ganzen Jahres in die bestehenden Gruppen aufgenommen. Das ist die traditionelle Art, wie auch in japanischen Dojos gelehrt wird.

Anfänger und Fortgeschrittene üben zusammen. So erhalten die Fortgeschrittenen durch das Vermitteln der Techniken ein tieferes Verständnis, die Anfänger werden besser integriert und lernen schneller. Bei Bedarf wird innerhalb der Stunde die Gruppe nach Kenntnisstand geteilt.

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Was muss ich für den Probeunterricht beachten?

Eine kostenlose Probewoche ist kostenlos, unverbindlich und fast jederzeit möglich. Auf unseren Internetseiten können Sie sich über mögliche Unterrichtsänderungen informieren. Bitte melden Sie sich vorher telefonisch oder per Email an und vereinbaren Sie einen Termin für die erste Probestunde.

Die Unterrichtsstunden beginnen zu den im Unterrichtsplan genannten Zeiten. Deshalb bitte ca. 15 min vorher am Dojo sein, damit genügend Zeit zum Umziehen und ggf. ein persönliches Gespräch bleibt. Planen Sie beim ersten Mal zusätzliche Zeit für die Anfahrt (Erstorientierung) ein.

Es genügt bequeme Sportkleidung (lange lockere Hose, keine Shorts oder Leggins, ohne Knöpfe oder Reissverschlüsse an den Hosenbeinen, dazu ein T-Shirt oder Sweatshirt), ein Handtuch zum Füßewaschen vor dem Betreten der Übungsmatten, keine Sportschuhe, da wir barfuß trainieren, aber ein Paar saubere Badeschlappen o.ä. für den Innenbereich außerhalb der Matten.

Ein wichtiger Hinweis: eine Kampfkunst zu erlernen erfordert regelmäßiges und kontinuierliches Training, zweimal pro Woche sollte als das Minimum angesehen werden (siehe „Wie oft sollte ich trainieren?„). Und der Fortschritt misst sich nicht in Wochen oder Monaten sondern in Jahren und Jahrzehnten. Überlegen Sie also bitte vor der ersten Probestunde, ob Sie bzw. Ihr Kind grundsätzlich bereit sind, diese Zeit langfristig zu investieren, und ob unser Unterrichtsplan sich mit den übrigen Verpflichtungen aus Schule, Uni, Beruf, Familie, anderen Freizeitaktivitäten etc. ganzjährig vereinbaren lässt.

Wenn diese Voraussetzungen erfüllt sind, fehlt nur noch eine Portion Neugierde und Lust auf neue Lernerfahrungen. Willkommen zur ersten Probestunde, vielleicht der erste Schritt auf einem langen Weg …

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Wie oft sollte ich trainieren?

Wir sprechen bei uns im Dojo von ‚Unterricht‘, nicht von ‚Training‘, um hervorzuheben, dass das Erlernen traditioneller Kampfkünste etwas anderes ist als Fitnesstraining oder Mannschaftssport.

Die Motivation, bei uns anzufangen, kann vielfältige Gründe haben: Ausgleich, Entspannung und Stressabbau zum anstrengenden Berufs- oder Lernalltag, ‚Energie auftanken‘, Verbesserung von Kraft, Kondition, Beweglichkeit, Koordination, Körperbewusstsein und -wahrnehmung, ganzheitliche Integration  von Körper, Geist (Gedanken, Willenskraft) und Seele (Emotionen, Wünsche, Unterbewusstes), erhöhtes Selbstbewusstsein, Selbstsicherheit, Fähigkeit zur Selbstbehauptung oder -verteidigung,  Konfliktaustragung und -lösung, ‚Selbstfindung‘ (das Erkennen der eigenen Bedürfnisse, Wünsche und Interessen und ihre Umsetzung in eine aktive selbstbestimmte Lebensplanung), Interesse an asiatischen Kampfkünsten, Kultur und Philosophie, Spiel und Spaß in einer Gruppe Gleichgesinnter, oder einfach weil es ‚cooler‘ ist als viele herkömmliche Sportarten.

Und die meisten kommen mit einer gewissen Vorstellung über Kampfkünste, die aus Filmen, Büchern, Videospielen und der eigenen Phantasie stammen. Superhelden, unbesiegbare Kämpfer,  übernatürliche Fähigkeiten, Esoterik, Gurus, aber auch schüchterne kleine Jungen oder Mädchen, von Mitschülern gehänselt und verprügelt, die in der Obhut eines weisen alten Meisters in kürzester Zeit zu Kampfsport-Experten ausgebildet werden und es dann  allen schlagkräftig zurückzahlen.

Das alles hat mit nichts mit der Realität und dem was wir bei uns vermitteln, zu tun. Leider ist heute vielen Kindern und Jugendlichen, aber auch manchem Erwachsenen, der Sinn für die Wirklichkeit, die unmittelbare persönliche körperliche Erfahrung, die Mühen, den Schweiß aber auch die Freude über die in langer harter Arbeit erreichten Erfolge, trotz Motivationstiefs nie aufgegeben und die – vermeintlichen – eigenen Grenzen immer wieder erreicht und irgendwann überschritten zu haben,  verloren gegangen. Alles soll schnell, ohne Anstrengung und in kurzer Zeit erreicht werden. Notwendige Wiederholungen werden als langweilig empfunden. Wenn nicht in jeder Stunde Neues und Spaß geboten und möglichst wenig eigene Anstrengung verlangt werden, lässt das Interesse und die Motivation schnell nach.

Um es ganz klar zu sagen: bei uns braucht man Durchhaltevermögen, Frustrationstoleranz und die Bereitschaft sich wirklich anzustrengen.

Bei uns wird niemand auf sportliche Leistungen ‚trainiert‘, wir sind auch kein Fitness- oder Wellnesscenter, sondern wir ‚unterrichten‘ traditionelle japanische Kampfkünste. Der Unterricht orientiert sich an einem klaren Konzept, dass über Monate und Jahre das notwendige Wissen und Können in didaktisch sinnvoller Reihenfolge vermittelt. Zur ‚Lernkontrolle‘ gibt es in bestimmten Abständen Prüfungen, die dem Schüler eine Rückmeldung geben, ob und wie gut er die Inhalte des zurückliegenden Übungsabschnittes beherrscht. Mit Bestehen der Prüfung erreicht der Schüler die nächsthöhere Stufe, durch eine Urkunde und meist durch einen andersfarbigen Gürtel gekennzeichnet. In jeder Stufe sind die Lernziele durch das entsprechende Prüfungsprogramm klar vorgegeben. Es gibt Schüler-, Lehrer und Meisterstufen. Während man den nächsten Schülergrad in einigen Monaten erreichen kann, dauert es vom Anfänger bis zu den ersten Lehrergraden einige Jahre, Meisterwürden erreichen nur sehr wenige nach Jahrzehnten des täglichen Übens.

Wenn man sich nun entschlossen hat, sich auf diese lange Reise zu machen, sollte man anfangs etwa zweimal pro Woche ins Dojo kommen. Regelmäßigkeit und Kontinuität sind wichtiger als zeitlich begrenzter Überschwang. Natürlich ist mehr nie verkehrt, aber oft kippt ein Enthusiasmus nach einiger Zeit ins Gegenteil um. Die  persönlichen wöchentlichen Übungstage sollten entsprechend unseres Unterrichtsplans festgelegt und möglichst eingehalten werden. Eine gewisse Disziplin trägt zur Regelmäßigkeit bei. Wenn eine Unterrichtsstunde aus verschiedenen Gründen einmal nicht besucht werden kann, sollte man versuchen, einen Ersatztermin in derselben Woche wahrzunehmen. Für fortgeschrittene Schüler auf dem Weg zum Schwarzgurt ist eine Teilnahme drei- bis viermal pro Woche unverzichtbar.

Insbesondere bei Kindern ist die Regelmäßigkeit wichtig. Uns sind die Belastungen der Kinder durch Schule, Hausaufgaben etc. bekannt. Deshalb bieten wir auch viermal pro Woche Unterricht in allen Kinderkursen an. Dadurch können die Kinder von Schuljahr zu Schuljahr flexibel die unterschiedlichen Nachmittagsunterrichtstage durch Wechsel auf andere Übungstage bei uns kompensieren. Und oft ist es nach sieben bis acht Stunden Schule sinnvoller, die Hausaufgaben erstmal liegen zu lassen und für Bewegung und Ausgleich zu sorgen. Danach ist die Konzentrationsfähigkeit  wieder höher. Die traditionelle Denkweise, erst Schule, dann Hausaufgaben und zum Schluss Sport- und Freizeitaktivitäten ist im Rahmen von G8 nicht mehr zeitgemäß. Natürlich sollen die schulischen Leistungen unter dem Besuch bei uns nicht leiden. Ganz im Gegenteil können Konzentrationsfähigkeit und komplexe Denkvorgänge durch unseren Unterricht sogar gefördert und verbessert werden.

Jede Art von körperlicher und geistiger Entwicklung benötigt regelmäßige Stimulation und Wiederholung. Das heisst Verbesserungen in Kraft, Kondition, Beweglichkeit, Koordination, Reaktionsvermögen, das Erlernen, Behalten und Beherrschen komplexer Techniken und Bewegungsabläufe, Konzentrationsfähigkeit, Selbstvertrauen, prosoziales Verhalten usw. lassen sich erst ab einer Teilnahme von zweimal pro Woche erzielen. Und seltener Unterrichtsbesuch einzelner zwingt den Lehrer zu häufigen und unnötigen Wiederholungen von Grundlagen, was wiederum diejenigen langweilt, die regelmäßig da sind.

Verletzungen sind übrigens kein Grund, nicht zum Unterricht zu gehen. Oft kann man bei leichteren Verletzungen zumindest einen Teil der Übungen (ggf. in abgewandelter Form) mitmachen. Die Übungspartner nehmen bei uns selbstverständlich darauf Rücksicht. Und die Erfahrung zeigt, dass mäßige, kontrollierte Bewegung den Heilungsprozess und die Regeneration beschleunigt. Ist die Teilnahme gar nicht möglich, kann man zumindest gelegentlich als Zuschauer dem Unterricht folgen. Diese Perspektive ermöglicht ganz andere Lernerfahrungen.

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